Planungen für Straßenbauarbeiten und „Alternativen“ vorgestellt / Matthäus: „Wirtschaft zufrieden“
Ab April wird Rostocks Osten nahezu dicht sein – für den Individual- und Wirtschaftsverkehr. Dann beginnt die Sanierung der Vorpommernbrücke. Die Brücke mit der L22 ist M-Vs meistbefahrenste Piste: Bis zu 47.000 Fahrzeuge nutzen sie täglich.
Was da auf Rostock zukommt, lässt eine logistische Tiefstleistung der besonderen Art vermuten. Denn parallel zur Brücke soll an A19, Hinrichstorfer Straße, Neuer Warnowstraße und L22 (zwischen Gruben- und Wokrenterstraße gebaut werden. Außerdem ist der Mühlendamm bis zu seiner Sanierung, „Einflugschneise“ für die City – bis 2012 als einspurige Tempo-30-Strecke ausgelegt, so der Plan der Verwaltung.
Die Argumentation der Planer: „Es geht nicht anders, das muss jetzt so sein.“ Doch ist das wirklich so? In der vergangenen Woche wurden im Rathaus die Pläne für die Baumaßnahmen vorgestellt und Alternativen wollte man aufzeigen. Die Veranstaltung erweckte eher den Eindruck einer PR-Veranstaltung für den Öffentlichen Personen Nahverkehr (ÖPNV). Denn was als Ausweichlösungen von Bausenator Holger Matthäus (Grüne) und Tiefbauamtsleiter Heiko Tiburtius geboten wurde, war: „möglichst aufs Auto verzichten, die Stadt großräumig umfahren, ÖPNV nutzen und Busspuren werden eingerichtet“. Ob das reicht, dürfte mehr als fraglich sein.
Betroffen sind bis zu 10.000 Pendler pro Tag. Selbst wenn sie alle, was nicht der Fall sein wird, aufs Auto verzichten, ist klar, dass die restlichen 37.000 Fahrzeuge noch unterwegs sind. Sie beliefern die Innenstadt mit Waren und Kunden. Matthäus dazu: „Es wird ja keine Vollsperrung geben. Einspurig sind die Strecken befahrbar. Und man kann die Stadt umfahren.“
Man habe im Vorfeld alle Interessengruppen in die Planungen mit eingebunden, die Wirtschafts sei „zufrieden“, so der Bausenator. Und die Verwaltung sei es auch.
Schaut man genauer hin, so ergibt sich jedoch logistisches Potenzial: Tiburtius gibt zu: „Die Neue Warnowstraße sollte bereits 2009 fertig sein.“ Was er nicht sagt: Sie ist noch nicht befahrbar, weil die Planer, also auch sein Amt, die Bürger im Vorfeld nicht beteilgt haben und sich einige dagegen wehrten. Sie klagten, es musste nachgebessert werden. Und: Die neue Straße hätte auf der Ecke Entlastung während der Baumaßnahmen gebracht. cm