nachrichten.jpg (11463 bytes) spacer.gif (67 bytes) spacer.gif (67 bytes)
spacer.gif (67 bytes)
n-lokal.gif (1669 bytes)


Spezielle Spritze für die „Spitze“

Akzeptanz für Schweinegrippe-Impfung könnte weiter sinken: Regierung soll Extra-Serum bekommen

Ende Oktober soll es losgehen, dann wird das deutsche Volk gegen die neue Influenza, die sogenannte Schweinegrippe geimpft.
Bisher sind die Deutschen nicht besonders impfwillig. Das dürfte verschiedene Gründe haben: Zum einen gilt die Pandemie-Erklärung für diese Erkrankung als nicht unumstritten (WK, 16. September). Außerdem haben auch einige Mediziner hinsichtlich des Impfstoffes durchaus Bedenken: Es würden die sonst üblichen Langzeitstudien fehlen.
Und auch der Fakt, dass es um sehr viel Geld geht, sorgt nicht gerade für Vertrauen in der Bevölkerung.
Die Bundesregierung hat 50 Millionen Dosen Impfstoff bestellt, Kostenpunkt: rund 700 Millionen Euro. Hierfür gibt es allerdings auch bereits Schätzungen, die erheblich höher liegen.
Das Finanzproblem dabei: Was bestellt ist, muss auch bezahlt werden. Die Hälfte der Aufwendungen zahlen die Krankenkassen. Hier erwartet man für 2010 höhere Kassenbeiträge für die Versicherten. Die andere Hälfte hat der Bund zu löhnen – egal, wie viele sich impfen lassen. Die Lobbyarbeit „Pro Spritze“ läuft auf Hochtouren.
Schwangere und Kleinkinder (unter drei Jahren) gehören zu den Risikogruppen und sollen eigentlich mit zuerst geimpft werden. Aber: Der „Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte“ moniert, dass gerade an diesen Gruppen der Impfstoff bisher nicht getestet wurde.
Skepsis gegenüber der Impfung gibt es offensichtlich nicht nur bei „Normal-Bürgern“. Wie Medien berichteten, wird es zweierlei Impfstoff geben. Was fürs Volk angepriesen wird, ist wohl nicht für alle gut genug: Bundesregierung, hohe Bundesbeamte sowie Bundeswehr sollen in den Genuss eines anderen Serums kommen. Der Impfstoff enthält keine der umstrittenen Wirkverstärker. Laut „Spiegel“ hatte das Beschaffungsamt, das Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) unterstellt ist, den Sonderimpfstoff für die Regierung geordert.
Die Reaktionen in der Öffentlichkeit (auch von Ärzten und Sozialverbänden): von „Skandal“ über „Zweiklassenmedizin“ bis hin zu „Großversuch mit der Bevölkerung“ ist vieles dabei.
Sicher dürfte sein: Wenn die Regierung für ein Serum wirbt, das sie bestellt hat und bezahlen muss, sich selbst aber ein anderes gönnt, so dürfte die Impfbereitschaft der Bürger weiter abnehmen. C.Müller

../gfx/spacer.gif (67 bytes)
Lokal-Nachrichten | Kultur-Nachrichten | Sport-Nachrichten